Montag, 30. März 2020

 

 

Liebe Freunde und Bekannte 

 

Wir sitzen nach wie vor in einem Hotel nahe des Airports in Kochi, Südindien, fest. Uns geht es gesundheitlich prima, wir werden kulinarisch gut versorgt und freundlich bedient, müssen aber wegen der Ausgangssperre (vorläufig bis 15. April) im Hotel bleiben. Mehr dürfen wir unter diesen Umständen nicht erwarten.

 

Bisher gibt es keine weiteren Informationen durch das Schweizer Generalkonsulat in Mumbai, als dass wir auf einer Warteliste stehen, um ausgeflogen zu werden.

Herzlichen Dank für die vielen, vielen, Mails und WhatsApp-Nachrichten, die wir von euch, liebe „Mitreisende“, täglich bekommen! Wir sind überwältig und tief berührt. All diese Zeilen tun unserer Moral unheimlich gut. Merci!

 

Es wird Zeit, stabile Tagesstrukturen zu schaffen, damit uns nicht irgendwann das Dach auf den Kopf fällt. Körperliche Fitness erhalten, Englischkenntnisse (Pit) aufbessern, Daten sichern, Kontakte pflegen und anderes stehen auf der Ideenliste. Mal sehen, wieviel Mumm wir haben . . .

 

Unten ein Bericht, der im „Bieler Tagblatt“ erschienen ist.

 

Indien

Die Angst vor einer grossen Pandemie im Land ist gross. Nicht unbegründet. In Punjab hat ein mit dem Coronavirus infizierter Sikh-Priester, der aus Italien in die Heimat zurück kehrte, 28 Dörfer besucht und dabei möglicherweise Menschen angesteckt. Die Behörden haben 26'000 Dorfbewohner unter Quarantäne gestellt. Der Priester ist inzwischen gestorben.

Ein grosses Problem sind die vielen 100'000 Arbeiter und Tagelöhner, die wegen fehlender Arbeit mit ihren Familien in die Heimatdörfer zurückzukehren versuchen. Verstopfte Strassen und völlig überfüllte Busbahnhöfe mit viel zu wenigen Bussen lassen Unverständnis und Wut hochkochen. 

In den Dörfern werden Garküchen eingerichtet um die Armen unter der Bevölkerung mit Essen zu versorgen. Strassenhunde und Krähen finden wegen der Ausgangssperre keine Nahrung. Die Polizei versucht, die hungernden Hunde mit Reis zu füttern.