Nordrhein-Westfalen

Deutschland, kein neues Land auf unserer Tour. Schon im September 2013 sind wir von Dänemark kommend ganz im Osten durch Mecklenburg-Vorpommern nach Schlesien in Polen pedalt. Neu ist für uns NRW. Obwohl Radfahren in unserem nördlichen Nachbarland sehr populär ist, sind hier in Nordrhein-Westfalen deutlich weniger Velofahrer unterwegs als in den Niederlanden. Für den Weg nach Osten, quer durch Deutschland, haben wir uns den Europaradweg R1 ausgesucht, der auf 3'800 km von Calais in Frankreich durch neun Länder bis nach St. Petersburg in Russland führt.

Münster, die alte Universitätsstadt, in der neben Osnabrück 1648 der Westfälische Friede nach dem 30jährigen Krieg unterzeichnet wurde, ist im 2. Weltkrieg bei heftigen Luftangriffen der Briten zu zwei Dritteln zerstört, in den 50er Jahren aber grösstenteils nach alten Plänen wieder aufgebaut worden und zieht heute Touristen aus ganz Europa an. So viel Geschichte kommt uns gerade recht, um einen Pausentag einzulegen.

Der R1 schlägt viele Haken, die Qualität der Wege und Strässchen wechselt häufig, mal feiner Teerbelag, dann wieder holprige, matschige Wald- und Kieswege – das Treten ist nie langweilig. Allerdings kommt so mindestens das Eineinhalbfache an Kilometern zusammen, die ein Autofahrer für die Strecke braucht. Egal, wir haben es nicht eilig.

Kurz vor Hameln, der Rattenfängerstadt, liegt Bad Pyrmont; wir haben das Bundesland Niedersachsen erreicht. Die Kurstadt von internationalem Rang, in der Könige, Zaren, Fürsten, Dichter, Denker und reiche Bürger tagsüber heilendes Wasser tranken und ihre Hintern badeten, zum Ausgleich abends dafür rauschende Feste feierten, wird heute vor allem von Senioren bevölkert. Da passen doch zwei nicht mehr ganz junge Velöler aus der Schweiz bestens dazu. Wir wollen eine Woche bleiben, allerdings ohne Bade- und Trinkkur. Bea hat eine super eingerichtete Küche zur Verfügung und Wasser ist sowieso zum Waschen da, oder?